• Job: Entwicklung eines Cooperate Design

    Der HMKV als Träger des Büro medienwerk.nrw sucht Dienstleister*innen für die Entwicklung und Gestaltung eines Corporate Design für das Büro medienwerk.nrw.

    Die Arbeit des Büros medienwerk.nrw setzt sich aus mehreren Teilbereichen zusammen. Es koordiniert die Treffen der Netzwerkpartner, organisiert eigene Veranstaltungen (Konferenzen, Workshops, Gesprächsveranstaltungen), begleitet landesweite Juryverfahren und Förderprozesse und berät das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

    Leistungszeitraum: Dezember 2019 bis vsl. Februar 2020
    Leistungsbeschreibung zu finden hier. Angebotsfrist: 10. Dezember 2019, 12:00 Uhr.

    Rückfragen bitte ausschließlich an office@hmkv.de. Bereits gestellte Fragen und deren Antworten zu finden hier.

  • Filmwerkstatt Düsseldorf

    Die Filmwerkstatt Düsseldorf ist eine Plattform für die Produktion, Präsentation und Vermittlung von Film und zeitbasierten Medien. Vor dem Hintergrund einer verstärkt medialisierten Welt fördern wir: 

    • die kritische Betrachtung zeitbasierter Medien
    • ihre künstlerische Produktion und
    • den diskursiven Austausch über Film / zeitbasierte Medien sowie die daran angeschlossenen politischen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Diskurse. 

    Unser Ziel ist die Darstellung und Vermittlung von komplexen Zusammenhänge zwischen diesen Bereichen, insbesondere im Hinblick auf Rolle, Funktion und Potential digitaler Medien und neuer Technologien. Die Praxis begreifen wir hier als zentrale Vermittlungsfunktion und integralen Bestandteil der Programmgestaltung. Neben Ausstellungen, Konzerten, Film- und Seminarreihen organisieren wir Workshops, Masterclasses, Talks und Vorträge für eine vielfältige Gruppe von Machern und Rezipienten.

    Kontakt:

    Filmwerkstatt Düsseldorf
    gemeinnütziger e.V.
    Birkenstr. 47
    40233 Düsseldorf

    Tel. 0211 / 40 80 701
    mail@filmwerkstatt-duesseldorf.de
    www.filmwerkstatt-duesseldorf.de

  • Vanja Smiljanic

    Das Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen für Medienkünstlerinnen 2019 wurde an Vanja Smiljanic (*1986, Belgrad) vergeben.

    Mitglieder der dreiköpfigen Jury waren Dr. Inke Arns (Kuratorin und künstlerische Leiterin des HMKV, Dortmund), Pauline M’Barek (Künstlerin und NRW-Medienkunst-Stipendiatin 2017) und Tasja Langenbach (Kuratorin und künstlerische Leiterin der Videonale, Bonn). Die Jury hat die Stipendiatinnen aus 56 Bewerbungen ausgewählt.

    Begründungen der Jury

    Vanja Smiljanic interessiert sich für spekulative Narrationen, feministische Science Fiction und einen neuen Materialismus, der das Physische mit dem Jenseitigen verbindet. Seit 2010 setzt sie sich mit der neuen religiösen UFO-Bewegung „Cosmic People“ auseinander. Nach vielen erfolglosen Versuchen wurde Smiljanic 2013 schließlich Mitglied und bezeichnet sich heute selbst als „Senior Architect“ der „Library of Light“ der „Cosmic People“, also des Archivs, deren Inhalte sie ‚von innen heraus’ zu verändern beginnt. In Lecture-Performances berichtet sie von dieser (subversiven) Tätigkeit. Vanja Smiljanic reflektiert aus einem ambivalenten Innen heraus über ihr Sujet – und lässt in neuartigen Live-Formaten eine interessierte Öffentlichkeit an ihrer künstlerischen Forschungsarbeit teilhaben.

    Im Rahmen des Stipendiums wird Vanja Smiljanic an ihrem experimentellen Dokumentarfilm Herland arbeiten. Dazu wird sie mit Mitgliedern der „neuen religiösen Bewegung“ „Unarius“ zusammenarbeiten, einem religiösen UFO-Kult, der 1954 im kalifornischen El Cajon (USA) gegründet wurde. Wie in früheren Projekten versucht die Künstlerin, die von dieser Gruppe entwickelten „unwissenschaftlichen“ Praktiken als alternative Methoden kritischen Denkens einzusetzen. Bei Unarius interessiert sich Vanja Smiljanic insbesondere für die dort praktizierte „Past Life Therapy“. Diese deutet die Künstlerin um in eine „Choreografie des Werdens“, die zu einem „trans-persönlichen Zustand“ führen soll. Im Zentrum des Films wird Billie Stafford stehen, eine 78-jährige Frau, die in ihren früheren Leben angeblich u.a. Leonardo da Vinci, eine illegitime Tochter von Maria Theresia von Österreich und Charlotte Perkins Gilman war. Charlotte Perkins Gilman (1860-1935) war eine utopische feministische Autorin und eine intellektuelle Anführerin der amerikanischen Frauenbewegung. Ihr Buch Herland (1915) schildert eine fiktive, nur aus Frauen bestehende Gesellschaft, die frei von Krieg, Gewalt und Herrschaft ist. Ausgehend von Interviews mit Stafford/Gilman wird Vanja Smiljanic ein experimentelles Dokumentarformat entwickeln, das die Betrachter*innen auf eine Reise in die Geschichte feministischer und anarchistischer Science Fiction, Cyberfeminismus und Tech Noir mitnimmt.

    Dr. Inke Arns für die Jury

    Vanja Smiljanic (*1986 in Belgrad) ist Bildende Künstlerin und Performancekünstlerin. Nach Studien der Bildenden Kunst an der Faculdade de Belas Artes Lisboa, Universidade de Lisboa (PT), einem M.A. in Künstlerischer Forschung am Dutch Art Institute, Arnhem (NL) und Advanced Performance and Scenography Studies in Brüssel (BE) schließt sie derzeit ihr Studium der Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien in Köln ab.

    Weitere Infortmationen zur Künstlerin auf ihrer Website.

    Die Arbeit „Orion Debacle“ wurde im April 2019 als Video des Monats beim Hartware MedienKunstVerein gezeigt.

  • Nico Joana Weber (*1983), Bonn

    NRW Stipendium für Medienkünstlerinnen (2017)

    Das Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen für Medienkünstlerinnen 2018 wurde an Nico Joana Weber vergeben.

    Mitglieder der dreiköpfigen Jury waren Dr. Inke Arns (Kuratorin und künstlerische Leiterin des HMKV, Dortmund), Pauline M’Barek (Künstlerin und NRW-Medienkunst-Stipendiatin 2017) und Tasja Langenbach (Kuratorin und künstlerische Leiterin der Videonale, Bonn). Die Jury hat die Stipendiatinnen aus 56 Bewerbungen ausgewählt.

    Begründungen der Jury

    In ihren Arbeiten forscht Nico Joana Weber entlang dichotomisch gedachter Strukturen wie Zentrum – Peripherie, Architektur – Natur, Innen – Außen und überführt sie in einen Zustand des Hybriden. Oder vielmehr: sie seziert das diesen Strukturen bereits immanent Hybride und legt es offen. Ausgangspunkt ihrer Untersuchungen sind oftmals architektonische Körper, an und in denen sich Narrative historischer und kultureller Aneignungs- und Wandlungsprozesse ablesen lassen. So vollzieht Nico Joana Weber beispielsweise in Arbeiten wie „Monstera Deliciosa“ (2018) oder „Unstable Landscape“ (2016) nach, wie sich westlich geprägte Architekturen in der tropischen Umgebung Südamerikas verorten. Die Architekturen werden hier nicht allein als Ausdruck der Dominanz einer Kultur und ihrer Technik gegenüber einer anderen gezeigt. Vielmehr wird die Verletzlichkeit dieser Gebäude offen gelegt, die sich als Fremdkörper gegenüber den lokalen Verhältnissen behaupten müssen. 

    Im Rahmen des hier vergebenen Stipendiums will Nico Joana Weber ihr Projekt „Hybrid Moments“ (AT) weiter voranbringen. Das Projekt nähert sich der kolonialen Vergangenheit Nigerias über die unterschiedlichen architektonischen Stile, die dort als Erbe zum einen der britischen Kolonialisierung und zum anderen des von Nigeria ausgehenden Sklavenhandels der Portugiesen in die damalige Kolonie Brasilien heute noch zu finden sind. Zentral sind hierfür sowohl die realisierten Entwürfe von Architekten des Department of Tropical Architecture, das sich 1955 – 1970 an der Architectural Association in London formiert hatte, als auch die sogenannten Brazilian Houses, die von aus Brasilien zurückgekehrten ehemaligen Sklaven in Lagos entworfen wurden. Architektur wird hier nicht nur als Manifestation globaler historischer Prozesse und als hybrider kultureller Baukörper erlebbar, in dem Einflüsse aus Zentrum und Peripherie gleichberechtigt ineinanderfließen. Sie wird zugleich als ein im Verfall begriffenes Kulturgut, das im Übergang zwischen Moderne und Gegenwart verloren zu gehen droht, dauerhaft dokumentiert. Wir sind sicher, dass Nico Joana Weber in ihren Bildern und der späteren installativen Umsetzung im Raum überzeugende Mittel und Wege der Darstellung für diese komplexen Prozesse finden wird und freuen uns daher, sie mit dem Stipendium für Medienkünstlerinnen des Landes NRW bei diesem ambitionierten Projekt unterstützen zu können.

    Tasja Langenbach für die Jury

    Nico Joana Weber (*1983 in Bonn) arbeitet in ihren Werken mit Video, Fotografie und multimedialen Rauminstallationen. Sie hat Fine Art and History of Art am Goldsmiths College in London studiert und 2013 ihr Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln abgeschlossen.

    Weiter Informationen auf der Website der Künstlerin.

  • Pauline M‘barek (*1979), Köln

    NRW Stipendium für Medienkünstlerinnen (2017)

    Mitglieder der dreiköpfigen Jury waren Dr. Inke Arns (Kuratorin und künstlerische Leiterin des HMKV, Dortmund), Céline Berger (Künstlerin und NRW-Medienkunst-Stipendiatin 2015, Köln) und Thomas Thiel (Kurator und Direktor des Bielefelder Kunstvereins). Die Jury hat die Stipendiatinnen aus 43 Bewerbungen ausgewählt.

    Begründungen der Jury
    Die 1979 in Köln geborene und dort lebende Künstlerin Pauline M‘barek setzt sich in ihren multimedialen Inszenierungen mit grundsätzlichen Fragen der menschlichen Wahrnehmung auseinander.

    Gegenstand ihrer Video- und Audioinstallationen, Skulpturen, Zeichnungen sind Medien der Wahrnehmung (Vitrine, Halterungen) sowie die Sinne selbst. Die Wechselwirkungen von Sehen, Hören und Tasten beschäftigen die Künstlerin ebenso wie die Bedeutung der Körperlichkeit für die Wahrnehmung. In der fortlaufenden Kreuzung von objektiven und subjektiven Perspektiven relativiert M‘barek unsere Wahrnehmung von Welt.

    So werden aufgrund eines schwarzen Bildhintergrunds in ihrem Video „Semiophoren“ (2013) schwarze, ethnologische Objekte für den Betrachter erst durch Gesten der Berührung mit weißen Handschuhen sichtbar. Im Gegensatz dazu zeigt die Werkserie „Artifacts“ (2014) individuelle Formen der Berührung, indem die Künstlerin einzelne Handbewegungen in fremd wirkenden Artefakten aus Alabastergips abbildet. In Folge der verschiedenartigen Übersetzung taktiler Erfahrung beschäftigte sich die Künstlerin in ihrem Video „Glance“ (2014) oder der Fotografie „Selbstporträt nach Ernst Mach“ (2014) auch mit den möglichen Berührungen des Auges und einer Materialität des Sehens.

    Ihr neues Projekt mit dem Titel „Glance – der Körper im Blick“, das im Rahmen des Stipendiums des Landes NRW für eine Medienkünstlerin 2017 realisiert werden soll, wird diese künstlerische Untersuchungen zum Sehen als taktiler Prozess fortsetzen.

    Geplant ist die Produktion eines Videos, das an Erkenntnisse früherer Arbeiten anknüpft und den Körper als eigentliches Medium der Wahrnehmung in den Mittelpunkt stellt. Unter professionellen Bedingungen möchte die Künstlerin diesmal den subjektiven Blick des Betrachters mit Makroaufnahmen der Pupille einfangen und gleichzeitig als Spiegel einer architektonischen Umgebung und körperlichen Bewegung im Raum einsetzen. Da sich in der Pupille auch der Körper (Nase, Hände, Beine etc.) spiegelt, erkunden wir mit den Augen eines Anderen im Video einen uns fremden Raum und folgen den minimalen Bewegungsabläufen einer einstudierten Performance. So entsteht im Luhmannschen Sinne eine „Betrachtung zweiter Ordnung“ oder ein langsames „Tasten mit dem Blick“ (Merleau-Ponty) – dank eines natürlichen Zerrspiegels, dem Glanz (Glance) im Blick.

    Pauline M‘barek studierte Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg (2000-2007), École Supérieure des Beaux-Arts in Marseille (2003-2004) und schließlich postgradual Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien in Köln (2007-2009). Die Jury ist beeindruckt von dieser medial vielseitigen und dennoch sehr fokussiert arbeitenden Künstlerin, die schon jetzt auf ein sehr eigenständiges Werk und zahlreiche wichtige Auszeichnungen zurückblicken kann.

    Weitere Informationen zur Künstlerin auf ihrer Website.

  • Vera Drebusch (*1986, Köln)

    NRW Stipendium für Medienkünstlerinnen (2016)

    Mitglieder der dreiköpfigen Jury waren Dr. Inke Arns (Kuratorin und künstlerische Leiterin des HMKV, Dortmund), Céline Berger (Künstlerin und NRW-Medienkunst-Stipendiatin 2015, Köln) und Thomas Thiel (Kurator und Direktor des Bielefelder Kunstvereins). Die Jury hat die Stipendiatinnen aus 43 Bewerbungen ausgewählt.

    Begründungen der Jury
    Die 1986 in Herdecke geborene und in Köln lebende Künstlerin Vera Drebusch setzt sich in ihren Foto-, Text- und Medienarbeiten mit Zeitgeschichte auseinander und aktualisiert diese in Form persönlicher Erinnerungen.

    So thematisiert Vera Drebusch in der Fotoarbeit Route (2014) die Vertreibung ihrer Großmutter nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Künstlerin ist die 300 km lange Route von Polen über die Tschechoslowakei nach Deutschland mit dem Fahrrad abgefahren und projiziert diese Wegstrecke als Google-Map auf ihr Dekolleté: Der Fluchtweg der Großmutter erscheint als blaue Äderung der eigenen Haut. Geisel-Radio (2014) entstand während eines Aufenthaltes in Kolumbien 2013. Jeden Samstag sendet der größte Radiosender Kolumbiens von Mitternacht bis um 6:00 Uhr des nächsten Tages Nachrichten von Familienangehörigen der vielen Entführten an die Gekidnappten im Dschungel. Die Installation besteht aus einem Radiosender und einem Weltempfänger, aus dem ein von Vera Drebusch verfasster und gesprochener Text zu hören ist – und all dies ist vor einem von hinten beleuchteten Stück Levanto Rosso (Blutmarmor) platziert.

    Auch in anderen Projekten arbeitet Vera Drebusch mit den Methoden der Verdichtung und der Sichtbarmachung. Ihr neues Projekt, das im Rahmen des Stipendiums des Landes NRW für eine Medienkünstlerin 2016 realisiert werden soll, hat den Titel Die Höhle des Löwen.

    Die Höhle des Löwen
    Mixed Media Installation, 1987/2006/2016
    (Diaprojektion, in Stahl gerahmte Bilder, 50 x 70cm)
    ‚In einem autobiografischen Werk spürt Vera Drebusch dem Verhältnis zu ihrem Kindheitsfreund nach. Wie Geschwister waren beide aufgewachsen, er nahm dann aber eine völlig andere Entwicklung: 11 Jahre lang gehörte er der rechten Szene an, war zwei Mal im Gefängnis, bis er erst kürzlich den Ausstieg schaffte. Die gemeinsamen Fotografien aus den vergangenen 30 Jahren sind stark bearbeitet, sowohl das Gesicht als auch großflächige Tätowierungen sind (auch zur Anonymisierung) ausgeschnitten. Den Versuch der Annäherung in langen Gesprächen dokumentieren Zitate, die in Handschrift vom Diaprojektor an die Wand geworfen werden. Die Empore von Sankt Peter dient als Ausstellungsort.‘ (Mario Müller)

    Vera Drebusch studierte Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund (2005-2010) und Mediale Künste an der Kunsthochschule für Medien in Köln (2010-2015). Die Jury ist beeindruckt von dieser eigenständigen Künstlerin, die bereits jetzt auf eine ganze Reihe höchst relevanter Projekte zurückblicken kann.

    Weitere Informationen zur Künstlerin auf ihrer Website.

  • Céline Berger (*1973), Köln

    NRW Stipendium für Medienkünstlerinnen (2015)

    Mitglieder der dreiköpfigen Jury waren Dr. Inke Arns (Kuratorin und künstlerische Leiterin des HMKV, Dortmund), Denise Ritter (Künstlerin und NRW-Medienkunst-Stipendiatin 2012, Witten) und Thomas Thiel (Kurator und Direktor des Bielefelder Kunstvereins). Die Jury hat die Stipendiatinnen aus 55 Bewerbungen ausgewählt.

    Begründungen der Jury

    Céline Berger (*1973) untersucht das Medium Sprache. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit steht die heutige Arbeits- und Unternehmenswelt. Céline Berger interessiert sich einerseits dafür, wie sich prekäre Arbeitsverhältnisse in (Bild-)Sprache einschreiben („Employees“, „Release“, beide 2010). Andererseits untersucht die Künstlerin, auf welche Weise Sprache eingesetzt wird, um die persönlichen Karriereziele innerhalb des Unternehmens zu erreichen. Sogenannte „Business Coaches“ bedienen sich dafür einer Vielzahl von Modellen und Gesprächstechniken: Neurolinguistisches Programmieren, systemische Aufstellung, Transaktionsanalyse, emotionale Intelligenz. Die Beziehung zwischen „Trainer“ (Coach) und „Klienten“ (Coachee) stellt dabei für die Künstlerin ein besonders interessantes Erzähluniversum dar: Sie ist ein Rahmen, innerhalb dessen „Geschichten der Arbeitswelt“ erzählt werden. Diese Geschichten, die sie zum Beispiel in den Fallstudien des Harvard Business Review findet, verwebt Céline Berger zu poetischen Erzählungen (z.B. in „Rare birds in these lands“, „La Ronde“, beide 2013). Der Künstlerin, deren Blick sicherlich auch durch ihren Aufenthalt in den Niederlanden geschärft wurde, gelingt so eine äußerst genaue, in manchen Momenten durchaus beängstigende Analyse der gegenwärtigen Unternehmenswelt. Die Jury ist beeindruckt von der präzisen Arbeit dieser Künstlerin, der es gelingt, aus der funktionalen Sprache unserer Arbeitswelt künstlerische Reflexionen über die zunehmend von ökonomischem Denken geprägte Gegenwart zu destillieren.

    Die im Rahmen des Stipendiums entstandene Arbeit „Ballade“ wurde 2018 im Dortmunder U und in der Temporary Gallery, Köln gezeigt. Organisiert wurden die Vorführungen vom Büro medienwerk.nrw.

    Weitere Informationen auf der Website der Künstlerin.

  • Marianna Christofides (*1980, Köln)

    NRW Stipendium für Medienkünstlerinnen (2014)

    Mitglieder der dreiköpfigen Jury waren Dr. Inke Arns (Kuratorin und künstlerische Leiterin des HMKV, Dortmund), Denise Ritter (Künstlerin und NRW-Medienkunst-Stipendiatin 2012, Witten) und Thomas Thiel (Kurator und Direktor des Bielefelder Kunstvereins). Die Jury hat die Stipendiatinnen aus 55 Bewerbungen ausgewählt.

    Jury Statement

    Die künstlerische Praxis der zypriotischen, in Köln lebenden Medienkünstlerin Marianna Christofides (*1980) umfasst Multimediainstallationen, Diaprojektionen, Objekte, Fotografien und Texte. Den thematischen Ausgangspunkt ihrer medienübergreifenden Arbeiten bilden häufig Reiseerlebnisse, spezifische Orte oder persönliche Geschichten. Archivarisches Material wie alte Glasdias, Foto- und Kartografien, Text, Film- und Tonmaterial unterzieht sie einer künstlerischen Transformation und kombiniert diese in räumlichen Installationen mit eigenen Bildern und Objekten. So fließen in ihren Werken häufig zeitliche, geografische und thematische Erzählstränge ganz bewusst zusammen. In Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, unter Verwendung transdisziplinärer Informationen und dokumentarischer Methoden entwickelt Christofides eigene, atmosphärische Topografien und fiktive Bildräume.

    All ihre Projekte sind geprägt von einem Prozess der Annäherung an das Material und die eigene Recherche, der berechtigte Zweifel an der festgeschriebenen Wirklichkeit von Gegenständen, Orten und Landschaften erkennen lässt. Im Mittelpunkt ihrer aktuellen Videoarbeit „Here let me stand“ (2013, HD Video mit Ton |4:3| 29’42“ loop) steht beispielsweise ein umfangreicher Foliant von 1881 mit dem Titel „Cyprus Antiquities – Excavated by Major Alexander Palma di Cesnola“ aus den National Archives of London. Christofides vereint die detailreichen Bilder archäologischer Funde, ihre chronologisch wie topographisch subjektive Klassifizierung zu einer langsamen, poetischen Kamerafahrt. Für „l’histoire d’histoire d’une histoire“ (Installation, 2012) wurden zusammenhanglos gesammelte Laterna-Magica-Glasdias digitalisiert, teilweise bearbeitet und zu einer fiktiven Filmgeschichte in 200 Standbildern verdichtet.

    Die Jury überzeugte Christofides‘ vielschichtiges Werk und ihr Projektvorschlag, in dem sich – ausgehend von einem bereits geplanten Aufenthalt – die Auseinandersetzung mit der Oberflächenprägung der Landschaft um Los Angeles fortsetzen wird und dort sozioökonomische, geologische und architekturhistorische Spuren der Zeitgeschichte verfolgt. Mit den Mitteln filmischer Montage wird die Künstlerin ein aktuelles Landschaftsbild, bestehend aus verschiedenen medialen, zeitlichen und disziplinären Quellen, zeichnen.

    Marianna Christofides, geb. 1980 in Nikosia (Zypern), lebt und arbeitet in Köln. 2011 vertrat die Künstlerin Zypern bei der 54. Biennale in Venedig. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter Stipendien der Stiftung Kunstfonds; Künstlerhaus Schloss Balmoral; Alexander S. Onassis Stiftung; Kölnischer Kunstverein und Imhoff Stiftung und war nominiert für den 8. Deste Preis in Athen. Derzeit ist sie Stipendiatin der Villa Aurora, Los Angeles. Jüngste Ausstellungen ihrer Werke fanden statt im National Museum of Contemporary Art, Athen; Gasworks, London; Kölnischer Kunstverein; Museum für Fotografie, Braunschweig; Museum für Gegenwartskunst Siegen; Kunsthalle Bremen und BOZAR Palais des Beaux-­Arts, Brüssel.

    Weitere Informationen auf der Website der Künstlerin.

  • Verena Seibt (*1980) und Clea Stracke (*1982), Köln

    NRW Stipendium für Medienkünstlerinnen (2013)

    Als einmalige Ausnahme wurde das NRW Stipendium für Medienkünstlerinnen 2013 an zwei Künstlerinnen, Verena Seibt und Clea Stracke vergeben.

    Jury-Statement

    Verena Seibt und Clea Stracke (beide Köln) arbeiten seit 2006 zusammen. Ihre künstlerische Forschung setzt an realen (städtischen, sozialen, architektonischen oder institutionellen) Räumen an und bringt – auf durchaus humorvoll ironische Weise – die verschütteten Wahrheiten dieser Räume zum Vorschein. Ihre Videoinstallation „Und das Schiff fährt“, die sie 2009 zum Studienabschluss präsentierten, setzt sich mit der Architektur des Kunstakademiegebäudes von Coop Himmelb(l)au sowie mit dem Lehrbetrieb und dem „Wesen des Künstlers“ auseinander. Im Video verwandelt sich das Gebäude der Münchner Kunstakademie durch die Verfremdungstechnik des Mediums Film in ein dem Wellengang ausgeliefertes Schiff auf hoher See: „Die reale Fassade wird zur fiktiven Kulisse umgedeutet – und verweist in der Metapher des auf hoher See schwankenden Schiffs auf die höchst realen internen Strukturen der Akademie“, so die Künstlerinnen. Ihr Projektvorschlag „Weil ich dich nicht mehr liebe“ wird verschiedene Trennungsprozesse auf dem Recycling- bzw. Wertstoffhof untersuchen. Das Video will dabei – durch dramatische Überhöhung tragischer Abschiedsmomente – den Blick auf einen alltäglichen Ort verändern.

    Verena Seibt (*1980) und Clea Stracke (*1982) studierten 2001-2008 an der Akademie der Bildenden Künste in München und erhielten ihr Diplom 2009. Verena Seibt arbeitete 2008-2010 als Kuratorin im Lothringer 13/laden in München und absolvierte 2011-2012 ein Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln. 2011 2. Preis beim Kunst-am-Bau Wettbewerb des Martin-Gropius-Bau Berlin, 2012 DAAD-Projektstipendium für Los Angeles und Bayrischer Kunstförderpreis 2012. Ausstellungsbeteiligungen u.a. 2012 Echoraum 6, Kunsthalle Bonn, 2011 Unterwelt, Maximiliansforum München, Still Life, Martin-Gropius-Bau Berlin, 2010 Unter diesen Umständen, Gängeviertel Hamburg, 2009 Mehrwert Kunst, Frankfurter Kunstverein, 2008 Hobbykeller, AkademieGalerie München.

    Informationen zu den Künstlerinnen auf ihrer Website.

  • Denise Ritter, Witten (*1971)

    NRW Stipendium für Medienkünstlerinnen (2012)

    Das NRW Stipendium für Medienkünstlerinnen wurde 2012 an Denise Ritter vergeben.

    Jury-Statement

    Die oft mehrkanaligen elektroakustischen Kompositionen in den Klanginstallationen, -skulpturen und –objekten der Künstlerin und Diplom-Geografin Denise Ritter (Witten) gehen immer von realen Klangsituationen aus – wie z.B. den Geräuschen eines Walzwerks in Lothringen; Tönen, die die Künstlerin beim Einschlafen macht; dem Kratzen von Pflanzenblättern auf Mauerwerk; dem Funkkontakt zwischen der Erde und der Internationalen Raumstation ISS. Neben der präzisen und differenzierten Ausarbeitung der Kompositionen hat die Jury insbesondere Ritters künstlerischer Umgang mit Raum und Form überzeugt (die Künstlerin nennt sie „audiokartografische Installationen – begehbare Bodeninstallationen – mit Kartensignaturen aus Kabel, Lautsprecher und Kompositionen, die den Landschaftsraum, in dem sie entstehen, widerspiegeln“). Ihr Projektvorhaben „small world wide“ geht von dem sogenannten „Kleine-Welt-Phänomen“ aus, nach dem angeblich jeder weltweit jeden über maximal sechs Ecken kennt („six degrees of separation“). Die Künstlerin wird zehn Zielorte festlegen (z.B. die Internationale Raumstation ISS, das Forschungsschiff Polarstern des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meersforschung, den Kenogami-Urwald in Ontario, etc.) und über zehn „Startpersonen“ Aufnahmegeräte über eine Kette von Bekanntschaften an die zehn Zielpunkte gelangen lassen, die von zehn „Zielpersonen“ per Audioaufnahmen dokumentiert werden sollen. Das so generierte Audiomaterial wird zum Ausgangspunkt einer neuen audio-kartografischen Installation.

    Denis Ritter im Interview über ihr Projekt
    Website des Projekts

    Denise Ritter (*1971) studierte 1990 – 1998 Geografie in Saarbrücken und 2003-2007 Freie Kunst an der HBKsaar (Audiovisuelle Kunst bei Prof. Christina Kubisch; Neue Digitale Medien bei Prof. Tamas Waliczky). Ausstellungen u.a. im Rahmen von Sonambiente Berlin, 2006, und in der Singuhr Hörgalerie im Kleinen Wasserspeicher Berlin, 2007. 2008 schloss Denise Ritter ihr Meisterschülerstudium bei Prof. Christina Kubisch ab und war Stipendiatin der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. 2010 erhielt sie den Deutschen Klangkunstpreis (Skulpturenmuseum Glaskasten Marl). Seit 2010 ist Denise Ritter Vorstandsmitglied der DEGEM (Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik e.V.).

    Informationen zur Künstlerin auf ihrer Website.