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WORKSHOPS: BIOTRANSLAB, XENOPOLITICS & DNA

PACT Zollverein


11.07., 10:00 h13.07., 13:00 h

Im Rahmen des Festivals „Blue Skies – Körper in Aufruhr“
PACT Zollverein Essen

Vom 10. bis 14. Juli 2019 findet das Festival Blue Skies – Bodies in Trouble / Körper in Aufruhr bei PACT Zollverein in Essen statt. Von Mittwoch bis Sonntag begrüßen PACT und das Büro medienwerk.nrw (Träger: Hartware MedienKunstVerein) internationale Gäste für Gespräche und Vorträge, eine Ausstellung, Musik, Workshops und Performances.

Das Thema: Mit dem wachsenden Einfluss der Technologie auf das Leben verändern sich unsere Körper, unsere Gemeinschaften und unsere Umwelt. Der ungebremste technologische Wandel und die umwälzenden Entwicklungen in der biochemischen Forschung greifen zunehmend in das Leben selbst ein: Es entstehen Hybride aus Maschine und Organismus, technische Interventionen und Substanzen werden eins mit dem Körper.

In drei Workshops laden Künstler*innen aus Spanien, Frankreich und dem Ruhrgebiet dazu ein, sich auf unterschiedliche Weise aktiv, kritisch und empowernd mit diesen aktuellen Entwicklungen, technischen Möglichkeiten und ihren Auswirkungen auf unsere Körper auseinanderzusetzen. Es geht um Biohacking, Queering, Körperpolitik, neue Ökologien und Verwandschaften und die Dekolonisierung des eigenen Körpers.

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine verbindliche Anmeldung für die Workshops ist notwendig, da die Plätze begrenzt sind. Informationen dazu und ausführlichere Informationen zu den Workshops finden Sie/findet Ihr weiter unten.

 

Do. 11 Juli & Fr. 12. Juli 2019, jeweils 10:00 – 13:00 Uhr

Xenopolitics, a performative workshop on hormonally active agents

Der Umgang mit dem Fremden und dessen gesellschaftliche Konstruktion ist Gegenstand der Xenopolitik. Der gleichnamige performative Workshop entführt die Teilnehmenden in eine Laborsituation, in der sie gemeinsam mit der Künstler*innengruppe Aliens in Green praktisch erforschen können, wie biochemische Stoffe aus verschiedenen Industrien, Xenohormone genannt (z.B. Nahrung, Kosmetika, Pharmazeutika), unsere Körper von innen heraus verändern. Untersucht werden vor allem die Auswirkungen von sogenannten endokrinen Disruptoren – Substanzen, die eine direkte Auswirkung auf das Hormonsystem des Körpers haben und beispielsweise in Fleischprodukten, Kunststoffen und der Antibabypille zu finden sind. Was bedeutet es, wenn wir als Konsument*innen diese Industrien buchstäblich verinnerlichen? Welche Handlungsmöglichkeiten haben unsere veränderten Körper? Und wie könnten subversive künstlerisch-technische Strategien aussehen, die in einer durch die Industrie kolonisierten Umwelt emanzipativ und empowernd wirken?

Aliens in Green (AiG, gegründet 2016) ist eine „tactical theatre group“, die die fremden Agent*innen der anthropogenen Xeno-Macht bekämpft, indem sie Medienkommunikation, Open-Science-Philosophie und spekulative Fiktion für kritische Interventionen im öffentlichen Raum einsetzt. AiG sind eine fließende Formation von Ewen Chardronnet, Špela Petric, Bureau d’Etudes (L. Bonaccini und X. Fourt), Julien Maudet, Mary Maggic und anderen Aliens. AiG hat Interventionen bei der transmediale (Berlin), beim Border Sessions Festival (den Haag) und Bandits-Mages (Bourges) durchgeführt. Infos zur Gruppe: http://aliensingreen.eu/

Workshop in englischer Sprache. Anmeldung bis Donnerstag, 4. Juli, unter: info@medienwerk-nrw.de (Jeweils maximal 16 Teilnehmer*innen)

 

Fr. 12. Juli 2019, 10:00 – 13:00 Uhr

Biotranslab _ transOrgansOnChip !

Die transhackfeministische Forscherin und Performerin Paula Pin verbindet freie und kollektive Technologienutzung und -entwicklung mit einem experimentellen Forschungsansatz. 2017 initiierte sie im CERN (Genf) einen Workshop rund um das titelgebende ›Trans.Organ.on.a.Chip‹. Als ‚organ on a chip’ wird die mikroskopische, technologische Nachbildung eines Organs bezeichnet, anhand der biologische Reaktionen unter In-vitro-Bedingungen simuliert werden können. Im Workshop wird dies in ein experimentelles Set-up integriert. Darin eingeschlossen befinden sich menschlich-tierisches Zellgut, Hormone und Blaugrünbakterien-Extrakte (Cyanobakterien), die u.a. als alternative Ressource für die Energieproduktion diskutiert werden. Paula Pin öffnet den Blick für weitere Nutzungsmöglichkeiten und untersucht das Cyanobakterium „Spirulina“ auf Anwendungen als pharmazeutisches Mittel. Gemeinsam mit den Teilnehmenden sucht Paula Pin nach Wegen der Öffnung von Verfahren der Biotechnologie für emanzipative und queerfeministische Anliegen. Können derartige Wirkweisen der ‚grünen Chemie’ eine alternative Perspektive auf gängige medizinische Verfahren und den westlichen Wissenschaftsbegriff eröffnen?

Paula Pin ist Forscherin, Aktivistin und Künstlerin, die sich besonders für Forschungs- und Experimentierprozesse mit kollektiven und freien Technologien interessiert. Ihre aktive Mitarbeit im Labor Pechblenda und Transnoise hat sie genau wie ihre sozialen Ideale und ihrer Arbeit als Noise-Performerin an viele Orte und in viele Zusammenhänge geführt. Seit sie mit Hackteria, einem Biohacking-Netzwerk, zusammenarbeitet, gibt sie Workshops mit dem Schwerpunkt auf der Verbreitung von Wissen und dem Erfahrungsaustausch über eine horizontale Perspektive des Transfeminismus. Infos zur Künstlerin: http://paulapin.net/

Workshop in englischer Sprache. Anmeldung bis Donnerstag, 4. Juli, unter: info@medienwerk-nrw.de (maximal 10 Teilnehmer*innen)

 

Sa. 13. Juli 2019, 11:00 – 13:00 Uhr

DNA positiv DNA negativ – Open Workshop

Das transnationale Ensemble Labsa versteht sich als eine Transferstelle für kulturelles Know-How und Learning-How und zielt auf eine »möglichst direkte Beförderung vom Leben in das Theater und vom Theater in das Leben«. Nach diesem Prinzip lädt Labsa zu einem offenen Workshop rund um das Thema DNA und Online-Genealogieforschung ein: Für 65 € kann man bei Unternehmen wie My Heritage seine (vermeintliche) genetische Herkunft mit einem DNA-Test untersuchen lassen – das eigene Erbgut wird dabei gewissermaßen ‚kartiert’. Einige Darsteller*innen des Transnationalen Ensembles Labsa haben diese Möglichkeit wahrgenommen. Andere haben sich dagegen entschieden. Sie sind DNA-Tourist*innen auf der Suche nach den eigenen Ichs. Im Zuge ihrer DNA-Recherche lädt das Ensemble zu einer sinnlich-ästhetischen und persönlichen Reise zum eigenen und fremden Chromosom ein. Dekolonisier dich selbst!

Künstler*innen: Seratu Bah, Yacouba Coulibaly, Haptom Fesaha, Amir Hosseini, Eymen, Zofia Bartoszewicz, Emilia Hagelganz, Josephine Raschke, Betty Schiel, aniYo kore

In einer symmetrischen Situation der Begegnung, in welcher künstlerische Zusammenarbeit und persönliche Verantwortung füreinander gelebt wird, kommen im Transnationale Ensemble Labsa junge Menschen und Künstler*innen zusammen. Die Erfahrung der Akteur*innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen, religiösen und politischen Zusammenhängen bildet oft die Grundlage der Bühnen- und Videoarbeit. Es geht um eine möglichst direkte Beförderung vom Leben in das Theater und vom Theater in das Leben. Infos zur Gruppe: https://www.labsa.de/transnationales-ensemble-labsa/

Workshop in deutscher und englischer Sprache. Anmeldung bis Donnerstag, 4. Juli, unter: info@medienwerk-nrw.de (maximal 25 Teilnehmer*innen)

 

Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Das Büro des medienwerk.nrw und das Festival ›Bodies in Trouble — Körper in Aufruhr‹ werden gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW (Träger des Büros: Hartware MedienKunstVerein, Dortmund). Gefördert im Rahmen des »Internationalen Besucherprogramms« des NRW KULTURsekretariats.

Details

Beginn:
11.07., 10:00
Ende:
13.07., 13:00
Veranstaltungskategorien:
,
Website:
https://www.pact-zollverein.de/programm/blue-skies-1

Veranstaltungsort

PACT Zollverein
Bullmannaue 20a
Essen, NRW 45327 Deutschland
Telefon:
0201.289 47 00
Website:
http://www.pact-zollverein.de

Veranstalter

PACT Zollverein
Privat: medienwerk.nrw