Geister. Ein Gespräch zu „Field Works – hotel“ von Heine Avdal und Yukiko Shinozaki

Donnerstag, den 30.10.2014, 19:30 Uhr

Dortmunder Kunstverein, Park der Partnerstädte 2, 44137 Dortmund 

Veranstalter: Büro medienwerk.nrw, FAVORITEN 2014, Dortmunder Kunstverein

Die Arbeit Field Work – hotel von Heine Avdal und Yukiko Shinozaki (gezeigt im Rahmen des Theaterfestivals FAVORITEN 2014, Dortmund) ist geprägt von einer „geisterhaften” Interaktion zwischen den Besucher*innen und einem medial präparierten Hotelzimmer, das als Interface dient. Im Artist Talk gab das Künstlerduo Auskunft über dessen Arbeitsweisen an den Schnittstellen von Installation und Performance. Der Theaterwissenschaftler Dr. André Eiermann, den eine längere Arbeitsbeziehung als Dramaturg mit den beiden Künstler*innen verbindet, rückte das Projekt in einen größeren kunstgeschichtlichen Kontext und verknüpfte es mit seiner Theorie des Postspektakulären Theaters – ein Theater, in dem das Verhältnis von Akteur*innen und Zuschauer*innen als prinzipiell mediales verstanden wird, auch dann, wenn keine technischen Medien zwischengeschaltet sind. Ein weiterer Aspekt des Gesprächs widmete sich der Nutzung digitaler Medien in Performance und Theateraufführungen und versuchte zu ergründen, was geschieht, wenn Werkzeuge der Disziplinierung und Überwachung subversiv für künstlerische Zwecke eingesetzt werden.

Mit: André Eiermann, Heine Avdal & Yukiko Shinozaki.

Kurzbiografie:
 André Eiermann ist freischaffender Theaterwissenschaftler. Zuvor war er bis Ende 2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, wo er von 2010 bis 2011 auch die Professur für Theaterwissenschaft vertrat. Er hat am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen und am theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Bergen (Norwegen) studiert. Am Gießener Institut hat er zudem promoviert und bis Mitte 2012 als Postdoc gearbeitet. Seine Dissertation Postspektakuläres Theater – Die Alterität der Aufführung und die Entgrenzung der Künste erschien 2009. Die Forschungsinteressen von André Eiermann liegen im Bereich der zeitgenössischen szenischen Kunst und gelten insbesondere aufführungstheoretischen Fragestellungen, dem Verhältnis des Theaters zu den anderen Künsten, intermedialen Kunstformen, der Struktur ästhetischer Erfahrung, Kontextualisierungs- und Rahmungsstrategien sowie dem historischen Wandel von Dispositiven im Kunstkontext. Im Rahmen seines aktuellen Forschungsprojekts beschäftigt er sich mit der Relevanz des Illusionsbegriffs für die Beschreibung zeitgenössischer Kunst.

Weitere Informationen: siehe www.favoriten2014.de

Das Büro medienwerk.nrw wurde gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Träger des Büros: Hartware MedienKunstVerein, Dortmund.