24.03.18 | Kurzfilmprogramm "Working Life" im Kino im U
26.02.2018

Working Life

Kurzfilmprogramm

Samstag, 24.03.2018, 20:00 Uhr
Kino im Dortmunder U, Ebene 0

Kurzinfo:

Ein professioneller Hypnotiseur führt uns das Labyrinth unseres Arbeitslebens vor. Drei Wanderer bewegen sich in langen Coaching-Gesprächen durch eine karge Landschaft. Ehemalige Arbeiter der Moskoviter Papierfabrik „Oktober“ reflektieren über die verlorene Arbeit und ihre heutige Situation. Drei sehr unterschiedliche Situationen, drei künstlerische Kurzfilme.

Entlang dieser Stationen laden das Büro medienwerk.nrw und die Künstlerin Céline Berger auf eine vielschichtige und ungewöhnliche Reise in unser Berufsleben ein. Die Veranstaltung präsentiert dabei mit „Ballade“ einen Film, der im Rahmen des Stipendium des Landes NRW für Medienkünstlerinnen (betreut vom Büro medienwerk.nrw) entstanden ist.
 

Filme:

The Working Life, 9:50 min, Superflex, 2013
Ballade, 23:00 min, Céline Berger, 2017 (Premiere)
Recitando, 33:00 min, Romana Schmalisch & Robert Schlicht, 2010

Alle Filme in englischer Sprache

Anschließend Künstler*innengespräch. Romana Schmalisch, Robert Schlicht und Céline Berger sind anwesend.

 
Organisiert vom Büro medienwerk.nrw & Kino im U e.V.

Das Büro des medienwerk.nrw und die Veranstaltung werden gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.  Träger des Büros: Hartware MedienKunstVerein, Dortmund

 

Ausführliche Informationen zu den Filmen und Künstler*innen:

FILM 1: The Working Life, SUPERFLEX

"The Working Life", HD, 9:50 min, 2013, English

The Working Life ist ein 9:50 Minuten langer Film, der sich dem Berufsleben aus einer therapeutischen Perspektiven widmet. Wie soll man sich als "gute*r Bürger*in" verhalten, wenn die zentrale Forderung einer Wirtschaft in der Krise die individuelle Bereitschaft zu arbeiten zu sein scheint und gleichzeitig in der strukturellen Notwendigkeit eines gewissen Prozentsatzes an Arbeitslosigkeit besteht, um die Löhne niedrig zu halten? Ein Hypnotiseur führt uns durch das Labyrinth des Arbeitslebens – auf der Suche nach Linderung oder vielleicht sogar nach einem Ausweg, falls es einen gibt.

SUPERFLEX wurde 1993 von Jakob Fenger,  Bjørnstjerne Christiansen und Rasmus Nielsen gegründet. Mithilfe einer vielseitigen und komplexen Herangehensweise hinterfragen SUPERFLEX die Rolle des Künstlers in der heutigen Gesellschaft und erforschen die Natur von Globalisierung- und Machtstrukturen. Ihre Kunstwerke voller Witz und subversivem Humor widmen sich ernsten sozialen und kulturellen Anliegen. SUPERFLEX beschreiben ihre Arbeiten als Werkezuge, um damit auf zahlreiche mögliche Anwendungsbereiche für ihre Kunst hinzuweisen.
 

FILM 2: Ballade, Céline Berger

„Ballade“, 2K, 23 min, 2017, sync. English

Basierend auf realen Coachingsgesprächen untersucht Ballade die Rhetorik und die narrativen Strategien des Business-Coachings.

Eine karge Landschaft. Der Wind bläst. Drei Menschen, versunken in aufeinander folgende Coachingsgespräche, beschreiben spezifische Ereignisse aus ihrem beruflichen Leben als Projektleiterin, Personalchef, Geschäftsführer. Banale Worte des Bedauerns, Befürchtungen, Träume einer leichteren Zukunft hallen in der minimalen Landschaft eigentümlich nach.

Céline Berger entwickelt seit 2009 künstlerische Arbeiten, die unser berufliches Leben, seine Sprache, seine Routinen und Rituale untersuchen. Nach einem Studium der Physik und Materialwissenschaften arbeitete sie bis 2008 als Projektingenieurin in verschiedenen Großunternehmen. Bergers Tätigkeit ist ein Versuch, den Dialog, der mit ihren damaligen Arbeitskolleg*innen entstand, künstlerisch fortzusetzen – auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, unser täglichen Berufsleben zu hinterfragen, jenseits von Vereinfachungen, Ironie oder Fatalismus.

FILM 3: Recitando, Romana Schmalisch & Robert Schlicht

„Recitando“, HD, 33 min, 2010, Russisch mit engl. UT

Recitando dokumentiert die Begegnung zwischen Arbeiter*innen einer Moskauer Fabrik und zwei Filmemacher*innen aus dem Ausland. Der filmische Produktionsprozess wird dabei erst durch den Stillstand der Maschinen ermöglicht. Denn was zunächst wie Arbeit aussieht, entpuppt sich bald als Theater, als Simulation. Die 1924 erbaute Fabrik „Oktober“ (ehemals „Roter Oktober“) war eine der größten Papierfabriken Moskaus. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden Teile des Komplexes in einen Kunstraum umgewandelt.

Romana Schmalisch (*Berlin) und Robert Schlicht (*Berlin) arbeiten seit 2004 gemeinsam an Projekten, die sich an der Schnittstelle von Film und Theorie bewegen. Ihr Hauptaugenmerk lag in den letzten Jahren auf dem Thema Arbeit, so etwa in der Performancereihe The Choreography of Labour (2013–15), dem Theaterstück All the best from Labour Power Plant (2017), dem Kurzfilm Top/Down (2017) sowie dem Langfilm Labour Power Plant (in Postproduktion).

Veranstaltungsort:

Dortmunder U
Kino im U e.V., Ebene 0
Leonie-Reygers-Terrasse
D-44137 Dortmund

Eintritt frei!